Mode in der Hauptstadt: Früher und Heute
Die Mode der deutschen Hauptstadt Berlin hat eine lange Geschichte. Um 1800 sind Kleidervorführungen vor einem Publikum noch relativ unbekannt. Erst seit ca. 1860 führten junge, hübsche Verkäuferinnen die Kleiderkreationen Kundinnen zum Verkauf vor. Danach entwickelten sich die ersten Modenschauen ohne Laufsteg bereits in Paris, die sich jedoch nur gering etablierten. Dabei hatte Berlin der französischen Metropole einen kleinen Vorsprung, da Damen der Gesellschaft hier im Tanzschritt zur musikalischen Klavierbegleitung Kleider der Zeit, wie Röcke aus modischem Plissee, vorführten. Man könnte somit sagen, Modenschauen wurden in Paris erfunden und in Berlin zum Erfolg. Um das Jahr 1900 waren z.B. Haremshosen und Lampenschirmtuniken im Trend, die von Paul Poiret entwickelt wurden. Ihren Erfolg feierten die Modenschauen dann doch in Paris. Doch auch Berlin hat das Zeug, sich zu einer Modemetropole zu entwickeln. 1917/18 entsteht die „Berliner Modewoche“, deren Modenschauen meist in Theatern stattfinden. Zudem finden unter anderem Moderennen und Modebälle für ein gemischtes Publikum statt, sodass nicht nur gut betitelte Personen daran teilnehmen können.
Übernachtet man heute in einem Apartment in Berlin, wird es dagegen schwieriger sein, im Publikum von Modenschauen großer Designer zu sitzen. Der Börsencrash 1929, der Zweite Weltkrieg und der Bau der Mauer führen erst einmal zum Ende der Berliner Modenschauen. Erst nach dem Fall der Mauer kehrt die Hauptstadt zurück zu ihren Modewurzeln. Bekannte Modenschauen sind z.B. die Bread & Butter, die früher in Köln stattfand, die Premium oder die Mercedes-Benz Fashion Week. Neben London, Mailand, New York und Paris gehört heute auch Berlin zu einer wichtigen Modestadt, über die Sie in zahlreichen Modezeitschriften lesen können. Dann brauchen Sie nur die Toner Canon einzulegen und sich neue Inspirationen auszudrucken, um sich selbstsicher durch die Hauptstadt zu bewegen. War die Mode von Berlin häufig vor allem bunt und auffällig, setzen viele Designer heute auch auf Beigetöne, klare Linien und den Minimalismus. Doch das kann morgen schon wieder anders sein, denn Berlin ist vor allem eins: Ständig im Wandel!